Die Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt

Feuilleton | Theaterkritik: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 12/12 vom 21.03.2012

Let’s dance about sex: Mit Tänzerinnen und Schauspielern inszeniert Christine Gaigg einen inneren Monolog von Xaver Bayer

Auf die Frage "Woran denkst du?“ sollte man sich keine ehrliche Antwort erwarten. "An nichts!“ ist noch eine der harmloseren Lügen, die man darauf zu hören bekommt. Niemand denkt an nichts, niemals.

Gedanken lesen können nur Zauberer. Für alle anderen gibt es die Literatur, wo sich der innere Monolog großer Beliebtheit erfreut. Der Wiener Autor Xaver Bayer (geb. 1977) etwa begibt sich in seiner Erzählung "Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen“ (2011) für ein paar Stunden in den Kopf seines Protagonisten und zeichnet in einem einzigen langen Satz dessen Gedankenstrom auf.

Der Erzähler ist Fotograf und er hat sich von seiner Freundin getrennt. Das ist alles, was wir von ihm erfahren. Ort der Handlung ist der Transitbereich des Brüsseler Flughafens, wo der vielgereiste Mann ein paar Stunden Wartezeit überbrücken muss. Er trinkt ein Bier, erwirbt im Duty-free-Shop


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