Massel und Schlamassel

Feuilleton | Werkschau: Joachim Schätz | aus FALTER 12/12 vom 21.03.2012

Der Nahostkonflikt als Familiendrama: das Werk des Filmemachers Avi Mograbi

Der Austausch zwischen Öffentlichem und Privatem wird bei Avi Mograbi oft schon in der ersten Einstellung zum Bild: Der Filmemacher sitzt, der Kamera zugewandt, am Schreibtisch, dahinter findet familiärer Alltag statt.

Im Fernsehen laufen in Endlosschleifen die Bilder des Nahostkonflikts und durch das Telefon dringen die Begehrlichkeiten von Produzenten, aber auch aufgebrachte Zustandsberichte von palästinensischen Bekannten ins Tel Aviver Wohn- und Arbeitszimmer.

Was heute an das Setting einer Skype-Konversation erinnert, ist in Mograbis "Dokufiktionen“ ebenso Inszenierungskonzept wie seine Selbstdarstellung als vom Leben geplagter Schlemihl.

Mograbi, der 1982 eine Gefängnisstrafe verbüßte, weil er sich weigerte, in den Libanonkrieg zu ziehen, dreht politisch engagierte Filme. Für eine behaglich selbstgewisse Israelkritik hat er trotzdem wenig übrig.

In der autobiografisch unterfütterten Filmtrilogie, die


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