Die unerträgliche Schwere des Seins

Feuilleton | Filmkritik: Michael Pekler | aus FALTER 12/12 vom 21.03.2012

Heilige Huren und kranfahrende Engel: Anja Salomonowitz’ Spielfilm "Spanien“ biegt sich unter der Last der Symbole

Nach Spanien will der junge Mann, "weil die Menschen dort noch Gott fürchten. Und wo die Menschen Gott fürchten, kann man gut leben.“ Im Moment sitzt er aber in Niederösterreich fest, und auch wenn es mit der Gottesfürchtigkeit hier nicht allzu weit her ist, hat er immerhin den dafür zuständigen Mann getroffen: Der Pfarrer, der den namenlosen Fremden (gespielt von Grégoire Colin) an einer kleinen Bushaltestelle aufgelesen hat, stellt keine lästigen Fragen und ist froh, dass der Moldawier in seiner Provinzkirche Restaurierungsarbeiten übernimmt.

Wie der Fremde in Österreich gelandet ist, sieht man zu Beginn des Films: Als einziger Überlebender eines Unfalls klettert er auf einer nächtlichen Landstraße aus einem Lastwagen, der ihn in das gottesfürchtige Spanien hätte bringen sollen.

Dass er von seinen Schleppern überdies betrogen wurde, erfährt man erst später,


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