Weltklassezubau im Hinterhof

Feuilleton | Begutachtung: Jan Tabor | aus FALTER 12/12 vom 21.03.2012

Die Angewandte findet mit Wolfgang Tschapeller den richtigen Architekten für den falschen Platz

The Austrian Phenomenon, immergrün. Erstens: Das Bauwerk, das auf der Einladung zur Schau "Angewandte_Neu“ abgebildet ist, erscheint wie ein hübsches Utopiefossil aus der heroischen Zeit des Wiener Architekturaktionismus der späten 1960er-Jahre.

Als wäre der hübsch abgebildete Entwurf nicht ein neues, digitales Rendering, sondern eine handgemachte Collage mit einer der tollen, blasenreichen, wohlüberlegt chaotischen, leicht ironischen und leicht sozialkritischen Stadtvisionen der Künstler- und Architektengruppe Haus-Rucker-Co.

Das irritierende Bild wirbt nicht für eine Neuauflage der Ausstellung "The Austrian Phenomenon“, die 2004 im Architekturzentrum Wien die Architektur der Sixties darstellte, sondern für die Ausstellung mit den 15 Wettbewerbsentwürfen für den Zubau der Universität für angewandte Kunst (Angewandte): richtige Retroarchitektur für eine Angewandte aufs Neue defensiv.


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