Nüchtern betrachtet 

An Menge herrscht auf dieser Welt kein Mangel

Feuilleton | aus FALTER 12/12 vom 21.03.2012

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Als ich mich unlängst im Rahmen des im Übrigen fantastischen Konzerts eines skandoamerikanipolskiukrainischen Freejazztentetts anheischig machte, einem Plattenproduzenten das jüngste und im Übrigen ziemlich leiwande Album meines Labels zum Tausch anzubieten, winkte dieser nur müde ab und bedeutete, er habe schon mehr als genug von dem Zeug. Ich muss gestehen, dass ich schon ein bisschen gekränkt war. Kurze Zeit war die polnisch-österreichische Freundschaft von zarten Eisblumen bedeckt. Für einen Augenblick überlegte ich sogar, völkerrechtliche Schritte zu unternehmen, zumindest aber die Mittagspausen meiner Auslandsniederlassungen in Krak- und Warschau aus Protest um eine Stunde zu verlängern und diese von 12.30 bis 16 Uhr geschlossen zu halten. Aber es dauerte nur ein paar Sekunden, bis ich von diesem kindischen Gedanken wieder Abstand nahm. Gewiss, der Mann hätte schon etwas diplomatischer


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