Prost!  

Es gilt die Unschuldsvermutung: Fruchtsaft von Innocent

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Innocent-Saft

Stadtleben | aus FALTER 12/12 vom 21.03.2012

Die kleinen, bunten Fläschchen mit pürierten Früchten kennt man schon lang. Schmackhaft und gesund sollte der Snack für Zwischendurch sein, noch dazu ethisch korrekt und lustig - unter Anführungszeichen. Innocent macht mit Smoothies und neuerdings Säften auf Ikea-Marketing, ist also mit dem Kunden auf Du & Du. Dass man da übertreiben kann, ist längst bekannt.

Weil durch das Schlürfen des gesunden Obstbreis das Kauen entfällt (was in den Morgenstunden auch wirklich mühsam sein kann), trinkt sich’s gleich umso schneller. Ob das wirklich so gesund ist? Und nun presst das Innocent-Imperium, das 1998 von den drei ehemaligen Studienkollegen Richard, Jon und Adam aus England gegründet wurde, also auch Säfte. Der Orangensaft mit Fruchtfleisch ist eine Wonne, muss man feststellen. Der Apfelsaft ist auch nicht von schlechten Eltern. Da haben wir aber schon schmackhafteren getrunken, sorry. Tritt man ein in die bunte Welt von Innocent, wie sie uns im Internet feilgeboten wird, dann spürt man sofort, dass sich da jemand zumindest mit dem Anspruch höchster Qualität auseinandersetzt. Mit Fair-Trade, Regenwald-Kooperationen, mit ständiger Reduzierung von möglichen Kohlendioxidquellen.

Das ist mehr als löblich, aber wenn für einen frischen Saft die Kühlkette nicht unterbrochen, die Plastikflasche nicht mehrfach gebraucht werden darf, dann hat man als Unternehmer die Verpflichtung, möglichst umweltgerecht zu handeln. Diese Unschuldsmasche nervt. MS


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