Kritiken

Einen Lacher soll man nie verachten!

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 12/12 vom 21.03.2012

Ernst Lubitschs Film "Sein oder Nichtsein“ über eine polnische Theatertruppe, die den Weltkriegsbeginn in Warschau übersteht, die Gestapo düpiert, Widerstandskämpfer mit viel verzweifeltem Humor und Heil-Hitler-Rufen außer Landes schmuggelt und dabei auch noch (schlecht) Shakespeare spielt, ist nicht nur ein unerreichter Klassiker (1941), sondern praktisch unkaputtbar. Die stark am Film orientierte Bühnenfassung von Nick Whitby kommt damit jedenfalls ganz gut zu Rande. In den Kammerspielen (Regie: Peter Wittenberg)macht Gregor Bloéb dem Schmierendarsteller Josef Tura alle Ehre, doch vor allen anderen glänzt Martin Zauner als "Konzentrationslager-Erhardt“. Lustig! Fragwürdig nur, ob Hakenkreuzbeflaggung, Walkürenritt-Untermalung und Folterverliesdekor derart penetrant eingesetzt werden müssen.

Kammerspiele, Fr, Sa 20.00, So 15.00, 20.00


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