Musiktheater  Kritik

Vom Ego zum Selbst und zur Liebe

Lexikon | aus FALTER 12/12 vom 21.03.2012

Die Oper "Die Frau ohne Schatten“ von Strauss & Hofmannsthal galt immer als Ausstattungsoper. Doch Regisseur Robert Carsen, dessen Inszenierung 1999 Kontroversen auslöste, lässt uns das Vatertrauma der Kaiserin und seine Bewältigung als Aufarbeitung von Projektionen erleben. Existieren die Situationen, in die sie ihre Amme führt, nur als Fantasien? In der Wiederaufnahme sehen wir die großartige Evelyn Herlitzus als Frau des Färbers. Die erscheint als "Spiegel“ der Kaiserin, will den "Schatten“ ihrer Gebärfähigkeit verschachern, besinnt sich dann eines Besseren. Mag der dritte Akt bei Strauss (ausgenommen der Monolog der Kaiserin) auch ein bisschen schwülstig geworden sein, die Szenen und Ensembles im Färberhaus sind genial. HR

Staatsoper, Fr, Di 18.00


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