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Jetzt auch in Wien: Yael Bartanas Biennale-Filme

Lexikon | aus FALTER 12/12 vom 21.03.2012

Eine besondere Form der Buchpräsentation wählten die Autorinnen Isolde Charim und Gertraud Auer Borea. Die Herausgeberinnen stellen ihren Sammelband "Lebensmodell Diaspora“ vor, der das Leben moderner Nomaden behandelt. Dabei wird eine außergewöhnliche Filmtrilogie gezeigt. "... and Europe will be stunned“ heißt der von der israelischen Künstlerin Yael Bartana gestaltete polnische Beitrag für die Biennale von Venedig 2011. Es war das erste Mal, dass eine Künstlerin die Nation vertreten durfte, die nicht aus Polen kommt.

Die Trilogie besteht aus den Filmen "Mary Koszmary“ (2007), "Mur i wieża“ (2009) und "Zamach“ (2011), in deren Zentrum die Aktivitäten der fiktiven "Jüdischen Renaissance Bewegung in Polen“ (JRMiP) stehen. Diese politische Gruppe fordert die Rückkehr von drei Millionen Juden in das Land ihrer Vorväter. In den Filmen treffen historische und aktuelle politische Bezüge aufeinander, die zionistische Landnahme und der Antisemitismus, der Holocaust und das Recht der Palästinenser auf eine Rückkehr in ihre Heimat. Im ersten Teil spielt Sławomir Sierakowski die Hauptrolle. Er ist im realen Leben Chefredakteur des Magazins Krytyka Polityczna und hält als Schauspieler im leeren Warschauer Fußballstadion eine Rede, in der er den polnischen Antisemitismus anprangert.

"Es geht nicht nur um Geschichten über zwei Nationen - die Polen und die Juden. Es ist ein universelles Thema, die Unmöglichkeit zusammenzuleben“, sagt die Künstlerin. Teil zwei "Mauer und Turm“ spielt in jenem Warschauer Bezirk, wo die Nazis ein Ghetto errichteten. Zu sehen ist ein Kibbuz im Architekturstil der 1930er-Jahre. Im Anschluss an die Filmvorführung spricht Isolde Charim mit der Soziologin Saskia Sassen, Yael Bartana und Sławomir Sierakowski über das Thema Diaspora. MD

Bruno Kreisky Forum, Do 18.00

Anmeldungen: Tel. 01/318 82 60-20


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