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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 13/12 vom 28.03.2012

Ein zarter Cirrus undulatus verdämmerte ins Rauchblaue, die Pferdescheißepulverisierungsfahrzeuge der Stadtverwaltung hatten für die passende olfaktorische Kulisse vor den Eisdielen gesorgt, und der Bewahrungs- und Beschwerdechor für Austriazismuspflege stimmte gerade ein Lied an mit dem schönen Refrain "Will wer Geschäfte, -dielen‘ nennen, erheben wir ein grässlich’ Flennen“, worauf der redaktionseigene deutsch-österreichische Swinger-Chor antwortete: "Wir sind verwirrt, es will uns scheinen, das Flennen nennt man bei uns Weinen.“

Kurz und gut, es herrschte aufgekratzte Stimmung. Raphael Moser berichtete enthusiasmiert von ersten Versuchen in Guerilla-Gardening ("Ich hab die Erde locker gemacht und Karottensamen reingeworfen“), und auch Dusini, der die Synthese von Stachanowismus und post-hippiesker Gelassenheit so nonchalant verkörpert wie kaum einer, war gut drauf, obgleich sein schon geschriebenes Porträt einer aktuellen Geschichte über den Abgang von Gerald Matt (S. 31) weichen musste und er darüber hinaus noch Kastln sonder Zahl zu füllen hatte - unter anderem "die Reportage“ (S. 25) und "die Krawatte“ (S. 6). Längst im Kasten, illustriert und mit sauberen Zierleisten versehen hingegen: Kirstin Breitenfellners Interview mit Dubravka Ugrešiæ - das im Übrigen ein schönes Beispiel für Kontinuität ist. Vor 13 Jahren hat Breitenfellner die Essayistin schon einmal interviewt; und diese hatte anlässlich der erneuten Kontaktaufnahme nur gemeint: "Of course I remember you!“


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