Meinesgleichen

Welcher Fortschritt Indien wirklich wichtig ist

Falter & Meinung | aus FALTER 13/12 vom 28.03.2012

Der österreichische Horizont sollte bisweilen durch Lektüre ausländischer Zeitungen aufgehellt werden. Aus Indien kommen manchmal gute, mitunter beängstigende, auch bizarre Nachrichten. Wahlweise wird uns der asiatische Subkontinent - immerhin Mitglied der G 20 - als Hoffnungsträger unserer Zivilisation, als demokratischer Hoffnungsschimmer oder als ökonomisches Paradies nahegebracht. Als Zeitungsleser haben wir uns unlängst an der Nachricht aufgebaut, in Indien nehme die Zahl der gedruckten Zeitungen zu, sowohl an Titeln als auch an Auflage. Nachrichten über die hohe Staatsverschuldung und ein verlangsamtes Wachstum ("nur“ 6,1 Prozent) und Klagen über politische Korruption können die Stimmung nicht mehr trüben.

Indiens zweitgrößte Tageszeitung, The Hindu, brachte vor kurzem die Ergebnisse der neuesten indischen Volkszählung unter 246 Millionen indischen Haushalten. Kurzer Auszug der verblüffenden Ergebnisse: Inder informieren sich nicht über Radio, sondern in erster Linie über das Fernsehen. Nur drei Prozent haben Internetanschluss auf ihrem Computer, 44 Prozent bewegen sich mit dem Fahrrad, 21 Prozent mit dem Motorrad oder Moped und nur knapp fünf Prozent mit dem Auto (wie der indische Straßenverkehr aussehen wird, wenn diese Zahl steigt, mag man sich nicht ausmalen). Noch immer haben nahezu 50 Prozent der indischen Bevölkerung keinerlei Toilette im Haus. Aber 63 Prozent aller Inder haben ein Telefon, 53 Prozent davon sind Mobiltelefone.


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