Kolumne  

Der Mörder von Toulouse ist kein Einzelfall

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 13/12 vom 28.03.2012

In den französischen Medien wird debattiert, ob die sieben Morde in Toulouse, die das Land in der vergangenen Woche erschüttert haben, als chronikales oder als politisches Ereignis zu verstehen seien. Die Ermittlungen haben noch kein klares Bild vom Täter, dem ideologischen Umfeld oder seinen Beweggründen ergeben.

Selbst wenn es sich um einen Einzeltäter handeln sollte: Seine Geschichte und Motivation tritt unter den Jugendlichen in den französischen Vorstädten vielfach auf und birgt politische Sprengkraft. Die Banlieues, die Sarkozy einmal mit dem Hochdruckreiniger durchspülen und später mit Investitionen befrieden wollte, sind nach wie vor Denkmäler einer gescheiterten Integrationspolitik.

Mitten im Präsidentschaftswahlkampf ist das Sicherheitsthema in den Mittelpunkt gerückt und die Kräfteverhältnisse haben sich umgedreht.

Vor den Attentaten hatte der sozialistische Herausforderer François Hollande einen so deutlichen Vorsprung, dass er nicht mehr einzuholen schien. Er hatte


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