Was vor der gesprengten Hochzeit geschah

Politik | Reportage: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 13/12 vom 28.03.2012

Ein Brautpaar, 2000 Gäste, ein Exekutor, 27 Polizisten. Ein "hinterfotziger“ Skandal? Warum die Justiz die Hochzeit eines säumigen Kurden ruinierte

Yasemin Güner eilt im weißen Brautkleid ins Badezimmer, sperrt ab, übergibt sich. Gerade haben Polizisten in Zivil ihren frischgetrauten Gatten wie einen Verbrecher abgeführt. Mitten in der alevitischen Gratulationstour, in der dem Paar Geld und Geschenke überreicht werden. Die Beamten drängen mit dem Bräutigam nach draußen, durch die aufgebrachte Menge der Hochzeitsgäste. Es wird gerangelt, gestoßen, geflucht.

Der 24-jährige Bräutigam, Onur Güner, steht im Freien und muss in einen roten Wagen steigen. Neben ihm auf dem Rücksitz sitzt der Gerichtsvollzieher und säckelt ihn aus. Güner gibt alles her, was er bei sich trägt: 615 Euro und seine Joop-Uhr, das Geschenk seiner Frau. Die wartet im Badezimmer, bis ihr Ehemann wieder zurückkommt. Sie sagt: "Ich habe einen Nervenzusammenbruch gehabt.“

Unvergesslich schön hätte das


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