Mediaforschung

Warum überwacht die Uniqa ihre Kunden, Herr Holcmann?

 Nachfragekolumne

Medien | Katharina Mittelstaedt | aus FALTER 13/12 vom 28.03.2012

Eigentlich sollte sich die Schwangere sicher fühlen. Doch die Frau, die am Steuer eines Kleinwagens sitzt, hat unnatürlich aufgerissene Augen, das Lächeln auf ihren Lippen wirkt starr. Mit einer Hand greift sie an ihren prallen Bauch. "Ich vertraue der ersten Autoversicherung, die Leben retten kann“, steht über dem Bild der Schwangeren. Ansehen kann man ihr die Zuversicht nicht. Vielleicht ahnt sie, dass sie überwacht wird.

Der Versicherungsriese Uniqa bietet eine neue Kfz-Versicherung "mit besonderen Zusatzfeatures“ an, wie Paul Holcmann, Kreativdirektor der Kampagne, sie nennt. Diese Extras umfassen einen im Auto eingebauten Notfallknopf, mit dem Rettungskräfte gerufen werden können, einen "CrashSensor“, der bei Unfällen automatisch Alarm schlägt, und einen "CarFinder“, der den Standort des Fahrzeuges bestimmen kann. "In Notsituationen zählt jede Minute, deshalb ist das ein wichtiges neues Sicherheitssystem“, sagt Holcmann von der Agentur Springer & Jacoby.

Mittels GPS kann der Autofahrer jederzeit geortet werden. Das System stellt dabei auch fest, wie viel man fährt; Uniqa staffelt danach die Versicherungspreise und belohnt Wenigfahrer. "Ziel ist nicht die Überwachung, sondern Sicherheit. GPS ist ja nichts Böses“, sagt Holcmann. Natürlich kostet das System mehr als eine normale Versicherung. Und somit ist das, was bislang der Generation Facebook vorbehalten war, auch dem Mercedes-C-Klasse-Fahrer zugänglich: ständige Sichtbarkeit. Er muss nur Freund, äh, Kunde der Uniqa werden.


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