Der Watschenmann von Down under

Feuilleton | Porträt: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 13/12 vom 28.03.2012

Mit seinem Familienroman "Nur eine Ohrfeige“ leuchtet Christos Tsiolkas die Abgründe der Mittelschicht aus

Es beginnt mit einem Idyll. Christos Tsiolkas nimmt den Leser mit auf eine Grillparty in einem guten Vorort von Melbourne. Eingeladen hat die Familie von Hector und Aisha. Beide sind beruflich erfolgreich - er in der Wirtschaft, sie als Tierärztin - und haben obendrein zwei wunderbare Kinder. Okay, dass sein kleiner Sohn etwas gar pummelig ist und sich nur für Computerspiele interessiert, stört Hector schon ein wenig; und, ja, die Affäre mit der kaum volljährigen Sprechstundenhilfe seiner Frau belastet den Mann irgendwie auch.

Hinter der sauberen, bürgerlichen Fassade tun sich natürlich wie so oft Abgründe auf. Und in diese führt uns Tsiolkas denn auch ohne Umweg zielstrebig hinein, indem er die samstägliche Gartenparty mit einem Knalleffekt platzen lässt. Harry, Hectors Selfmade-Millionär-Cousin, schmiert Hugo, dem wirklich gründlich verzogenen vierjährigen Sohn von


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