Ich glaub, ich steh im Wald!

Feuilleton | Essay: Michael Pekler | aus FALTER 13/12 vom 28.03.2012

Lange Zeit wurde die Wildnis im Kino verklärt oder dämonisiert. Nun deutet sich ein Paradigmenwechsel an

Obwohl es nur eine notdürftig zusammengezimmerte Hütte ist, erweist sich der Unterschlupf mitten im Wald als der einzige Ort, an dem der Mann und der kleine Bub Ruhe finden. In der Stadt sind sie aus einem Abbruchhaus verjagt worden, doch nun haben sie ein selbst gebautes Dach über dem Kopf. Sogar einen Holzofen gegen die mittlerweile kühlen Nächte haben sie sich besorgt. Hier ließe es sich ewig leben, doch irgendwann, das wissen die beiden genau, wird die Zivilisation sie wieder einholen.

Weil das aber auch der Film weiß, muss er zuvor die Einswerdung mit der Natur in Form eines magischen Moments zelebrieren. Und so hört der Mathematiker (Peter Schneider), kaum dass er seine mit Zahlen vollgekritzelten Notizen ins Lagerfeuer geworfen hat, Geräusche aus dem Dickicht, steht im Licht des Vollmonds plötzlich ein Wolf vor ihm. Mensch und Tier starren einander an, bis der Wolf kehrtmacht


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