Ohren auf  

"Des Lem kunnt schlimma sei mei Kind“

Sammelkritik:  dreierlei Dialektmusik aus Österreich

Feuilleton | Gerhard Stöger | aus FALTER 13/12 vom 28.03.2012

Seine Blütezeit erlebte der österreichische Dialektpop zwar in der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre, ganz verschwunden ist er in der Folge aber nie. Die musikalische Form hat sich allerdings mit der Zeit verändert: Auch junge Bands verwenden heute wieder vermehrt die lokal gefärbte Version ihrer Muttersprache, nach klassischem Austropop müssen sie deshalb aber nicht gleich klingen. Das oberösterreichische Quintett Fotzhobl ist mit seinem bereits dritten Album "In Foab“ (Eiffelbaum) ein gutes Beispiel dafür: Die selbsternannten "Goschnrocker“ sind hörbar nicht mit Ambros und Fendrich, sondern mit Attwenger und den Red Hot Chili Peppers aufgewachsen. Sie singen gegen patriarchale ländliche Strukturen und die diversen Bretter vorm Kopf an ("kehrts den Staub aus da Birn, wir feiern Fasching im Hirn“), können aber auch unpeinlich Gefühle zeigen.

Apropos unpeinlich: dass man als Austropop-Urgestein nicht nur unpeinlich, sondern absolut würdevoll altern kann, beweist die Karriere


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