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Feuilleton | aus FALTER 13/12 vom 28.03.2012

Kurz besprochen: Am 30.3.1912 starb Karl May. Literatur aus Anlass des 100. Todestages

Biografie

Rüdiger Schaper: Karl May - Untertan, Hochstapler, Übermensch. Siedler, 240 S., € 20,60

Eine Art Karl-May-Biografie und auch wieder nicht, denn Rüdiger Schaper, im Brotberuf Kulturressortleiter beim Berliner Tagesspiegel, will alle Aspekte erfassen: Leben und Werk, Licht und Schatten, Werdegang und Erbe (neben Syberberg findet auch "Der Schuh des Manitu“ durchaus positiv Erwähnung); sogar May irgendwie verwandte Seelen wie Christoph Schlingensief werden en passant porträtiert; wobei der Autor bei diesen Ausritten den Bogen dann doch überspannt.

Insgesamt gelingt ihm jedoch ein sehr lebendiges Bild vom Schriftsteller Karl May, das mehr noch als die Triumphe die bitteren Niederlagen des Sohnes einer armen Weberfamilie aus Sachsen hervorhebt: die frühen Haftstrafen wegen unbedeutender Delikte (bei denen May wohl seine Fantasie ausprobierte) und die ihn schließlich auch körperlich ruinierenden


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