Buch der Stunde

Karl trifft Kafka, und Klara May ist auch dabei

Feuilleton | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 13/12 vom 28.03.2012

Erst in seinen späten Jahren brach Karl May auf, um einige der Gegenden, die er mithilfe seiner Bibliothek und seiner Fantasie zuvor in seinen Büchern schon so eindringlich imaginiert hatte, auch mit eigenen Augen zu sehen. Er ging gewissermaßen auf eine Rehabilitierungstour, nachdem ihn die deutsche Presse am Gipfel seines Erfolgs als angeblichen Schwindler entlarvt und in eine tiefe Krise (sowie eine Reihe von Prozessen) gestürzt hatte. Die Reisen waren eine Enttäuschung - sowohl der Orienttrip in den Jahren 1899/1900 als auch die Amerikareise von 1908. Es scheint, als hätten sie den Autor eher gelähmt als beflügelt. Verständlich: Er kannte das alles ja ohnehin schon von seinen Expeditionen im Schreibzimmer.

Peter Henisch hat vor 20 Jahren eine nun wiederveröffentlichte, sehr schöne literarische Fantasie darüber verfasst, wie May und seine zweite Ehefrau Klara auf dem Schiff von Bremerhaven nach New York auf einen jungen Mann namens Franz Kafka treffen. Die Mays reisen unter


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