Stadtrand 

Die erste Wahl: Magnolien aus Stahl

Urbanismuskolumne

Stadtleben | aus FALTER 13/12 vom 28.03.2012

Frühling ist, und wir müssen hier ein bisschen aufpassen, deshalb nicht komplett auszuflippen. Aus diesem Grund haben wir auch extra nicht an den Blüten des Magnolienbaumes im Burggarten gerochen, sondern sind eisern auf der Picknickdecke gesessen, die der nette Kollege vom Standard dabeihatte, und uns an den Gehkaffeebechern festgehalten, die der nette Kollege vom Falter mitgebracht hatte. Aber alle anderen haben geschnuppert.

Interessanterweise waren es ausschließlich junge Damen in eher esoterischen Wallegewändern, die den Magnolienbaum und seine Blütenpracht schon aus der Ferne antänzelten, ein entrücktes Lächeln im Gesicht. Jede, wirklich jede von ihnen musste ihre Nase in die fleischige Baumblüte stecken. Und fast jede hat sich verstohlen umgesehen, ob es da vielleicht jemanden gibt, der was dagegen hätte, wenn man die Blüte ... Gab es. Geht es um den Frühling, funktioniert soziale Kontrolle sogar in Wien. Wenn pro Stunde nur zehn Magnolienblüten gerupft würden, dann wäre der Baum im Burggarten bald kahl. Die Lösung? Magnolien aus Stahl.


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