Tiere

Blattschuss

Falters Zoo | aus FALTER 13/12 vom 28.03.2012

So etwas nenne ich eine interessante Schnapsidee: Die Tierschutzorganisation Peta hat einen deutschen Spirituosenhersteller ersucht, die Bezeichnung für seinen Kräuterlikör "Jägermeister“ aus Image- und Tierschutzgründen in "Waldmeister“ umzubenennen.

Die Berufsbezeichnung "Jägermeister“ wurde mit dem Reichsjagdgesetz von 1934 in Deutschland neu eingeführt und bezeichnet alle Forst- und Jagdaufsichtsbeamten. Bei manchen von diesen kann man vermuten, dass sie gerne an diesem 35-prozentigen Schnaps nippen, wie zum Beispiel der oberösterreichische Landesjägermeister Sepp Brandmayr.

Dieser spendete in einem Interview mit dem Standard folgende illuminierten Worte zum Thema Baumschäden und Wildbestand: "Das Wild braucht sehr viel Ruhe. Wenn das Wild Ruhe hat, dann verbeißt es weniger. Aber es gehen immer mehr Menschen raus in die Natur, und das ist ein Grund, warum es zu Problemen mit Wildschäden kommen kann.“

Ja, wie so oft sind Menschen das Problem. Menschen, die keine Ruhe geben. Menschen, die mit ihren Füßen durch Wälder trampeln. Menschen, die Rehe belästigen. Was bleibt diesen armen Tieren dann anderes über, als ihren Stress an Bäumen abzureagieren? Das kennt man ja aus den Ballungszentren, wo der Wiener Industrieprolet, bedrängt von Migranten, die keine Ruhe geben, auch schon mal zum Vandalismus neigt.

Ein Jägermeister hingegen weiß, was Liebe zur Natur ist. Die geht nämlich durch den Magen, und deswegen werden die lieben Rehe auch im Winter gut gefüttert. Dann gibt es im Frühjahr auch wieder viele junge Tiere. Wenn diese nachwachsende Bäume fressen, dann ist das wohl eindeutig die Schuld von Stadtbewohnern mit zu viel Freizeit. Solche werden gerne mit dem schönen, aber auch etwas unklaren oberösterreichischen Mundartausdruck "Arschkapplmuster“ bezeichnet.

Im Grimm’schen Wörterbuch wird "Arschkappe“ als "Schimpfwort für Männer“ erwähnt und vom italienischen la chiappa, Arschbacke, abgeleitet.

Der so Bezeichnete hat also nichts mit dem Muster einer Kopfbedeckung zu tun, sondern ist vielmehr ein Musterbeispiel für eine Arschbacke.

Bleibt jetzt nur mehr die Frage offen, welches Image bei einer Umbenennung von Jäger- zu Waldmeister eigentlich geschützt werden soll.

zeichnung: püribauer.com


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