Kritiken

Ungewöhnlich stille Zwischenkriegszeiten

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 13/12 vom 28.03.2012

Ein Hotel-Foyer, schummrig, grau und steinern. Ein kaputtes Piano, eine Bar und ein Lift. Die Bühne von Damian Hitz ist stimmungsvoll. Das "Hotel Savoy“ ist ein Ort für die Wartenden der Zwischenkriegszeit, die Armen und die Reichen, die Varietékünstler und die Revolutionäre. Der unheimliche, viel zu alte Liftboy Ignatz (Marcello de Nardo), der Kriegsheimkehrer Gabriel Dan (Dominik Warta) und die Tänzerin Stasia treffen hier aufeinander. Die Übertragung von Joseph-Roth-Romanen auf die Bühne hat Hochkonjunktur, mit "Hotel Savoy“ (Bühnenfassung: Koen Tachelet) ist eine weitere Vertheaterung geschehen. Die Inszenierung von Ingo Berk ist unaufgeregt und befindet sich, genau so wie die Protagonisten, in permanenter Wartehaltung. Einzig das Feuer zum Schluss ist laut an diesem ungewöhnlich lauen Abend.

Volkstheater, Fr, Di, Mi 19.30


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