Musiktheater  Kritik

Dieser Hoffmann ist gegen Kritiker zu verteidigen

Lexikon | aus FALTER 13/12 vom 28.03.2012

Einwände gegen die Opéra fantastique zwischen komödiantischer Ironie und Elegie gab es immer. Die "Original-Wiederherstellung“ von "Les contes d’Hoffmann“ in der Umsetzung eines Filmregisseurs erzählt die Geschichten wörtlich, ohne Champagnerseligkeit und allzu großes Pathos (Monstrositäten mit Mumie im Bett und kopulierendem Fleischberg seien verziehen). Die Musik referiert trocken, gesungen und gespielt wird (auch vom Schönberg-Chor) durchwegs gut. Offenbachs Vielfalt, Intelligenz und Genie ist voller Widersprüche, es geht um den Sieg des teuflischen Bösewichts, der gleich zu Anfang die "Spiegelarie“ singt. Am Ende flüchtet sich Hoffmann zu seiner Muse. Am besten ist Jacques Offenbach, wenn er doppelbödig ist, das französische Libretto ist herrlich, der Antonia-Akt immer schon etwas "treudeutsch“. HR

Theater an der Wien, Mo 19.00 Uhr


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