Neu im Kino

Wer sieht mehr? Amanda Seyfried im Krimi "Gone“

Lexikon | Drehli Robnik | aus FALTER 13/12 vom 28.03.2012

Wer "Das Schweigen der Lämmer“ gesehen hat, hat mehr von diesem Film (und auch vom Leben). Die anhaltende Stilprägung - oder mittlerweile schon retrokulturelle Modellfunktion - des 1991er-Schockerklassikers schlägt in nicht uninteressanter Form auf den kleinen Fahndungsthriller "Gone“ durch: Die von einem Irren Entführte (auch hier gefangen im Brunnenschacht) und die junge Detektivin, die beim Parcours durch White-Trash-Welten auch Skepsis im Polizeiapparat konfrontiert, diese Rollen sind hier zu einer Figur fusioniert. Froschponem Amanda Seyfried spielt eine Frau, die einem Serienmörder entkommen und seither traumatisiert ist (der Fluchtplot wird peu à peu per Flashes geliefert). Nun vermutet sie, derselbe Täter habe ihre Schwester entführt. Niemand glaubt ihr; alle sind verdächtig; aber womöglich bildet sie sich da auch etwas ein.

"Gone“ geht in 24 Stunden Handlungszeitraum flott dahin. Heitor Dhalias Regie erfindet das Rad nicht neu, setzt aber graue Locations in Portland, Oregon, pittoreske Nebenfiguren und den Charme der rastlosen, trickreichen Ermittlerin gut ein. Über das Selbstjustizpathos am Ende schweigen wir. Die Lämmer auch.

Derzeit im Kino (OF im Artis)


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