In memoriam

Abend für Eva Brunner-Szabo

Lexikon | aus FALTER 13/12 vom 28.03.2012

Ihr künstlerisches Interesse galt der Erinnerung und wie diese sich mittels vergleichsweise flüchtiger Techniken wie Fotografie und Video manifestiert. Eva Brunner-Szabo, geboren 1961 in Oberwart, war studierte Kommunikationswissenschaftlerin und seit Anfang der 1990er im Umfeld der Wiener Medienwerkstatt tätig. Zu ihren international bekannten Arbeiten gehört das mit Gert Tschögl entwickelte "memoryPROJECTS“: ein temporäres Museum ohne festen Ort, das sich dem Archivieren und Präsentieren von Fotofundstücken verschrieben hat.

Anfang März ist Eva Brunner-Szabo nach schwerer Krankheit gestorben. Am Freitag lädt die Medienwerkstatt zu einem Abend für Eva, um Interessierten sowie Freundinnen und Freunden die Gelegenheit geben, sich zu treffen und ihrer zu gedenken.

Dabei wird auch Evas schöner Videoessay "Japanische Briefe“ (1995) wiederzusehen sein, den der Falter einst so beschrieb: "‚Die Kunst‘, erklärt der Maler Geza Brunner-Szabo, während die Filmkamera langsam sein Cabinet d’amateur, eine über Generationen hinweg zusammengetragene Sammlung von Gemälden, Fotografien und Exotika, durchmisst, ‚ist eine wunderschöne Sache‘. Der Blick der Kamera schweift ab, zeigt die Gräber des jüdischen Friedhofs im neunten Bezirk in Wien, Bilder aus den 30ern, dann, für Momente nur, das Kopfstück eines Bekennerschreibens der Briefbombenattentäter, worüber sich ein Kommentar, Passagen aus Schriften des japanischen Arztes und Dichters Saito Mokichi, legt, Ansichten eines Fremden von Wien, verfasst zu Beginn der 20er-Jahre.“ MO

Medienwerkstatt Wien, Fr 19.30


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