Kritik

Eine surrealistelnde Odyssee nach Jonke

Lexikon | aus FALTER 14/12 vom 04.04.2012

Gert Jonkes früher Roman "Der ferne Klang“ (1979) hat etwas Kafkaeskes. Der Held erwacht eines Morgens in einem Krankenbett der Psychiatrie; angeblich hat er einen Selbstmordversuch unternommen, er kann sich aber an nichts erinnern. Er flieht aus der Anstalt, eine verschrobene Odyssee ist die Folge. Jonkes Roman ist großes Kopftheater, eine Übertragung auf die Bühne erscheint also durchaus möglich. Die Fassung von Susanne Lietzow ist allerdings enttäuschend ausgefallen. Peter Badstübner, Martina Spitzer und Thomas Stolzeti hangeln sich tapfer durch ein surrealistelndes Stationendrama; die entsprechende Atmosphäre aber will sich nicht einstellen. Ausgerechnet ein Schattenspiel ist der Lichtblick des Abends: die beste Sexszene des Jahres - dargestellt mit den Mitteln des Schattentheaters. WK

Garage X, Mi, Do 20.00


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