Neu im Kino

"Das bessere Leben“ — im schlechteren Film

Lexikon | Barbara Schweizerhof | aus FALTER 14/12 vom 04.04.2012

Es sei wie mit dem Zigarettenrauchen, behauptet an einer Stelle die schöne Charlotte (Anaïs Demoustier): Einmal angefangen, könne man nicht so leicht wieder aufhören. Die Rede ist nicht etwa vom Schokoladeessen, sondern von der Prostitution und ihrer schnellen finanziellen Ausbeute. Wirklich? - mag sich da manch Zuschauer fragen, nicht aber Regis-seurin Malgorzata Szumowska, die auf dieser Prämisse ihren Film aufbaut.

Die käufliche Liebe als dem Tabakgenuss vergleichbare Betätigung mit augenblicklichen Freuden und eventuell schädlicher Auswirkung auf lange Sicht - dieses Bild lässt "Das bessere Leben“ (im Original schlicht: "Elles“) vor den Augen der Hauptfigur, der Journalistin Anne (Juliette Binoche) entstehen. Vage und wolkig wie Zigarettenrauch ist denn auch die Inszenierung dieses eigentlich handlungslosen Films.

Anne muss bis zum nächsten Tag ihren Artikel fertigschreiben. Auftrag war, etwas über das Leben von jungen Frauen zu recherchieren, die sich ihr Studium mit Gelegenheitsprostitution


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