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Fuck me, it’s even wetter in 3D! Kinoreprise "Titanic“

Lexikon | aus FALTER 14/12 vom 04.04.2012

Put your hands on me“: In einem Auto im Laderaum hat Rose erstmals Sex mit Jack. Minuten später rammt die Titanic den Eisberg. Zwei Intimkollisionen, dazwischen eine Motivmontage aus Dampf im Kuschelmobil und kaltem Hauch ringsum, heißem Teeniehandabdruck und klammen Seemannsfingern, zumal bei zwei Matrosen im Ausguck: Sollen auch sie, wie Rose & Jack an Deck, sich durch Schmusen wärmen? So feixt der eine, und als er dann den Eisberg sieht, ruft er "Fuck me!“ (Laut Skript ruft er "Bugger me!“, in der Synchro lapidar "Verfluchter Mist!“)

Zur Halbzeit zwischen Sprechstück und Sinkspiel bringt diese Sequenz Stärken und Ärgernisse an James Camerons "Titanic“ (von 1997 bis "Avatar“ erfolgreichster Film ever) voll zur Geltung. Kate Winslet und Leo DiCaprio spielen bewegend in einem synästhetisch wuchtigen Kontrastpanorama: juvenile Vitalität gegen steife, kalte Unechtheit. Das hat einen mitunter homophoben, oft "antiplutokratischen“ Ton; Letzteres nicht gar so völkisch wie im Nazispielfilm ("Titanic“ von 1943 zeigt die ARD auch zum 100. Jahrestag), aber doch so, dass in 3-D noch etwas mehr Lebensraumgefühl aufkommt. DR

Ab Fr wieder in den Kinos (OF im Artis und Haydn)


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