Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 14/12 vom 04.04.2012

Das Osterfest erfreut sich redaktionsintern traditionell großer Beliebtheit. Das hat zum einen wohl mit sehr konsensfähigen saisonalen Ernährungsgewohnheiten zu tun: Die Pinze ist in den letzten beiden Wochen ja nicht gerade unterfeatured worden (von engl. to feature: etwas bringen, darbieten, präsentieren); diesmal hat sich Christopher "The Rhymster“ Wurmdobler zum Pinzenbacken selbst ermächtigt (S. 40) und damit die Behauptung Armin Thurnhers widerlegt, Pinze ließe sich nur in großen Mengen herstellen (seltsamerweise trägt Thurnher in letzter Zeit ständig Baseballkappen mit Aufschriften wie "Anker“, "Felber“, "Mann“ oder "Ströck“).

Aber auch das Lamm erfreut sich in dieser Osterausgabe großer Beliebtheit, egal, ob es sich eher um einen potenziellen Braten oder eine religiöse Großmetapher handelt. Irena Rosc stattete einem burgenländischen Schafaufzieher einen Besuch ab (S. 42), wohingegen sich Kirstin Breitenfellner, die zurzeit einen Feuilleton-Aufmacher nach dem anderen aus dem Ärmel schüttelt, eher auf die Symbolik des Opferlammes konzentriert: Ihr kulturhistorisch, religionsgeschichtlich, zeitdiagnostisch und medienphänomenologisch unterfütterter Essay (S. 22 ff.) wird durch ein rechtssoziologisches Erklärstück von Florian Klenk ergänzt (S. 24) und sowohl auf dem Cover als auch im Blattinneren mit ikonografisch einschlägig bezugnehmenden Illustrationen von Kat Menschik bebildert. Menschik und Breitenfellner sind auf Urlaub, ich hol mir jetzt eine Schaschlik-Pinze. Gott segne Euch!


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