Kommentar  

Nierensteinharter Konter: Maria Fekter am Brüsseler Parkett

Politische Kultur

Falter & Meinung | Werner Meisinger | aus FALTER 14/12 vom 04.04.2012

Wenn Österreich keine unehrlichen und beleidigenden Minister haben will, dann ist ein Fekter-Interview im Standard ein Grund zur Regierungsumbildung.

Fekter sagt: Sie habe die "österreichischen Medienvertreter nur am Rande“ über den 800-Milliarden-Deal informiert. Dass dann der "gesamte Pulk der internationalen Medien“ hinter ihr her gewesen sei, hätte sie überrascht.

Das kann eine Lüge sein. Dann ist Fekter unehrlich. Fekter kann das ernst meinen. Dann ist sie einfältig. Sie kann glauben, dass ihr das wer glaubt. Dann hält sie die Wähler für blöd.

Fekter sagt: Das große Medieninteresse an ihren Aussagen läge daran, dass sie komplexe Dinge konkret auf den Punkt bringen könne. Nach allem, was man von Fekter bisher gehört hat, erfüllt diese Aussage den Tatbestand der Ehrenbeleidigung. Anzuklagen von den Eurofinanzministern, denen am Rande des Schutzschirmsitzens kaum Medieninteresse zuteil wurde.

Den härtesten Disqualifikationsgrund lieferte Fekter per Nierenhaken. Die "Überreaktion“ von Junker durch Absage der Pressekonferenz erklärte sie mit den schmerzhaften Nierensteinen des Eurogruppenchefs.

Da Herr Junker Frau Fekter nicht um Verlautbarung seines Gesundheitszustands gebeten haben wird, ist das Bulletin eine arge Indiskretion. Oder es war ein Konter für angetane Verstimmung. In diesem Fall handelte Fekter geschäftsschädigend, da das Bekanntwerden von Erkrankungen eines Spitzenpolitikers mit Kursverlusten bestraft wird.

Wenn Frau Fekter das nicht gewusst hat, ist sie einfältig.

Wenn sie die Folgen ihrer Indiskretion abschätzen konnte, ist sie doppelt untragbar.


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