Kolumne 

Die Europäische Union steht vor einer politischen Wende

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 14/12 vom 04.04.2012

Selbst ein peinlicher Disput zwischen Maria Fekter und Jean-Claude Juncker in Kopenhagen hat die Märkte nicht verstimmt. Das Vorpreschen der Österreicherin mit dem 800-Milliarden-Euroschutzschirm veranlasste den Luxemburger, die Abschlusspressekonferenz der Eurogruppe zu streichen. Das Management einer Weltwährung stellt man sich professioneller vor. Aber die Entspannung rund um die europäische Währung hält an. Der Euro steigt, und die Aktien legen zu.

Das haben die Europäer Zentralbankchef Mario Draghi zu verdanken. Tausend Milliarden Euro pumpten die Währungshüter in die Banken, die damit vor allem im Süden die eigenen Staaten finanzieren. Hinter dem undurchsichtigen Vorgang steht eine politische Wende. Die deutsche Panik vor Hyperinflation, wenn die EZB Geld in die Hand nimmt, ist abgeebbt. Berlin trägt die gewaltigen Finanzspritzen mit. Genauso wie den deutschen Anteil an dem durch die neuen Bankkredite gestiegenen Risiko der Frankfurter Zentralbank.

Seit dem Sommer 2011, als


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