Die Volksfront von Österreich

Politik | Rundschau: Ingrid Brodnig, Ruth Eisenreich | aus FALTER 14/12 vom 04.04.2012

Eine politische Bewegung nach der anderen schießt aus dem Boden. Die Wütenden wirken chaotisch, haben aber mehr gemeinsam, als der erste Blick vermuten lässt

Es ist Sonntagnachmittag, 53 Nerds versammeln sich im Werk, einem Kulturzentrum in Wien-Ottakring. Drinnen ist es dunkel, viele Männer tragen T-Shirts, lange Haare, Brillen und wirken tatsächlich so, als hätten sie gerade an der Informatik-HTL maturiert. Sie haben ihre Computer mitgebracht, es gibt fast mehr Laptops im Raum als Menschen. Dafür sind kaum Frauen zu sehen hier am Parteitag der österreichischen Piraten. Dabei wird hier die neue Führung gewählt. Mehr noch: Es soll eigentlich das politische System des Landes umgekrempelt werden.

Dann ergreift der Erste das Wort. Der Mann mit Brille und langem Haar spricht über die Bestechlichkeit des Menschen, dann gesteht er ganz offen: "Auch ich bin ein korrupter Wichser.“ Dennoch will dieser Pirat im kommenden Jahr den Nationalrat entern.

Doch so schnell geht das alles nicht.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige