Früher entmündigt von Tito, heute von der Welt

Politik | Ortstermin: Wolfgang Zwander | aus FALTER 14/12 vom 04.04.2012

Das EU-Parlament fördert den Kosovo als "jüngsten Staat Europas“ und bestärkt das Land damit in einem Irrglauben

Ulrike Lunacek sitzt in der Lobby des Hotel Ora in Pristina, im Flachbildfernseher hinter ihr spricht sie gerade im EU-Parlament. Die Wände des Hotels zeugen von prominenten Gästen, etwa Ex-US-Präsident Bill Clinton. Bald wird neben Clintons Bild eines von der grünen Europaparlamentarierin Lunacek hängen, das Foto wurde bereits geknipst.

Lunacek, 54, ist die Kosovo-Berichterstatterin des Europaparlaments. Vergangenen Donnerstag legte sie ihren Bericht über den umkämpften Landstrich zwischen Serbien und Albanien vor. Die Österreicherin drängt, dass alle EU-Mitglieder den "jüngsten Staat Europas“ anerkennen sollen.

Griechenland, Rumänien, die Slowakei, Spanien und Zypern weigern sich, die ehemalige Provinz Tito-Jugoslawiens, die sich vor vier Jahren für unabhängig erklärt hat, als Staat zu akzeptieren. Die fünf Staaten wollen keinen Präzedenzfall schaffen, auf


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