Erst wird geredet, dann wird es nass

Feuilleton | Schiffsmeldung: Joachim Schätz | aus FALTER 14/12 vom 04.04.2012

Seit 100 Jahren liefert der Untergang der Titanic dem Kino ganze Eisberge von Allegorien und Metaphern

Es gibt viele gute Gründe, warum der Untergang der Titanic die populäre Imagination so unablässig beschäftigt hat: die kompakte Chronologie des Ereignisses; die Allegorik von Hybris und Bestrafung technologischer Weltbeherrschung; die symbolträchtige Vorwegnahme des Endes der alten Standesordnung im und nach dem Ersten Weltkrieg.

Genauso wichtig für das Nachleben der Titanic ist aber auch die Ansammlung herausgeputzter Promis in der ersten Klasse: Schiffsuntergang mit Society-Schauwerten. Dementsprechend lassen die überwiegend britischen Anstrengungen zum 100. Jahrestag der Katastrophe am 14. April, die vom Titanic-Museum bis zum Requiem reichen, das Gedenken wie eine Trockenübung für die anstehende Thronjubiläumsfeier im Juni erscheinen.

Vom Spektakel ausgestellter Klassenzugehörigkeit lebt bezeichnenderweise auch die jüngste Verfilmung des Schiffsunglücks, ein Fernsehvierteiler


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