Die das Gras wachsen hört

Feuilleton | Porträt: Matthias Dusini | aus FALTER 14/12 vom 04.04.2012

Die Kuratorin Elke Krasny hat Großes vor: Sie möchte den Wienern das Raunzen abgewöhnen

Schrebergärten? Wie spießig! Lerchenfelder Straße? Eine sterbende Gegend! Wenn die Stadtforscherin Elke Krasny (47) ihr Ohr an die Brust des Wieners legt, hört sie verzagten Missmut. In Ausstellungsprojekten wie dem derzeit im Architekturzentrum Wien gezeigten "Hands-on Urbanism“ korrigiert sie zu Stereotypen erstarrte Wahrnehmungen einer Stadt.

Sie zeigt den Schrebergarten als frühes Modell von Aneignung städtischen Raums, das die aktuelle Freude am gemeinschaftlichen Gärtnern vorwegnahm. Ihre Geschichte des städtischen Grüns betrachtet die Stadt nicht vom Flugzeug aus, sondern aus der Perspektive des Maulwurfs.

"Die WC-Anlage da drüben hat die Junkies von der Mariahilfer Straße hierher gebracht!“ Wir stehen im Weghuberpark am unteren Ende der Lerchenfelder Straße. Kinder hutschen auf einer gendergerechten Schaukel (statt Einzelschaukeln für Alphabuben gibt es Gemeinschaftsschaukeln


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