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Feuilleton | aus FALTER 14/12 vom 04.04.2012

Kurz besprochen: Opfer und Täter, Traumata und Klischees

Deutsche Diven

Karin Wieland: Dietrich & Riefenstahl: Der Traum von der neuen Frau. Hanser, 632 S., € 27,90

Marlene Dietrich würde sich wohl im Grab umdrehen, wüsste sie von dieser Parallelbiografie zusammen mit Leni Riefenstahl. In ihren Lebensläufen gibt es zwar einige Gemeinsamkeiten, auch ein Bild existiert, das die beiden Diven gemeinsam zeigt. Gemocht haben sie sich aber nicht. Dietrich und Riefenstahl wurden Anfang des 20. Jahrhunderts in Berlin geboren. Beide waren zielstrebig, sahen gut aus und benutzten für ihren beruflichen Aufstieg gerne mal ihre Liebhaber. Dietrich wollte ursprünglich Konzertgeigerin werden, Riefenstahl Tänzerin.

Beide hat es zum Film verschlagen. Dietrich ging im Jahre 1930 nach Amerika. Obwohl die Nazis sie mit lukrativen Versprechungen zurückholen wollten, lehnte sie ab und wurde zur erklärten Kämpferin gegen Nazi-Deutschland. Riefenstahl etablierte sich als Hitlers bevorzugte Filmemacherin.


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