Buch der Stunde

Hühnerklau, Goldzähne und andere Klischees

Feuilleton | Veronika Seyr | aus FALTER 14/12 vom 04.04.2012

Lustig war das Zigeunerleben nie, zu keiner Zeit und nirgendwo. Ob in England oder Schweden, Spanien oder Mitteleuropa: Die fahrenden Völker waren, obgleich in der Kunst der Lebensfreude bewandert, immer schlimmsten Verfolgungen und Diskriminierungen ausgesetzt, vom 14. Jahrhundert an, als die ersten "Ägypter“ in Europa auftauchten. Über die Herkunft des Wortes gibt es zahlreiche Hypothesen, von denen keine gesichert ist.

Der Professor für Literaturwissenschaften an der Universität Bielefeld Klaus-Michael Bogdal hat mit "Europa erfindet die Zigeuner“ keine Geschichte der Roma und Sinti von ihrer tatsächlichen indischen Herkunft bis zur fast vollständigen Auslöschung durch den Nationalsozialismus verfasst, sondern zeigt anhand einer Fülle von Literaturquellen, wie sich Europa sein Bild von diesen zurechtgezimmert hat, eine Geschichte der "Faszination“, wie der Untertitel sagt, einer negativen allerdings.

Irrwitzig und bestürzend seine Schau der Negativbilder, die sich von Stockholm


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