Nüchtern betrachtet 

Heroische Leistungen im Dienstleistungsgewerbe

Feuilleton | aus FALTER 14/12 vom 04.04.2012

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Obwohl ich Fraternisierung in Dienstleistungsbeziehungen scheue, scheine ich eine Neigung zum Stammkunden zu haben. Es gibt zum Beispiel Kellner, die eine große Freude daran entwickeln, meinen Namen auszusprechen. Das finde ich einerseits schmeichelhaft, es ist mir andererseits in Gegenwart von anderen mit mir befreundeten Stammkunden, die nicht in den Genuss dieser Behandlung kommen, aber auch immer ein bisschen peinlich. Vollkommen neurosenlos hingegen vermag ich anonymisierte Formen stammkundenhafter Anerkennung wertzuschätzen. Ja, ich liebe es nachgerade, in der dritten Person angesprochen zu werden, insbesondere dann, wenn das Wissen über meine Trinkgewohnheiten von Generation zu Generation weitergereicht wird. "Dem Herrn kannst wortlos a Krügerl hinstellen“, wurde ein Anzulernender in dem höchstgelegenen meiner Wiener Stammgastgärten von seinem Ausbildner informiert, und ebendort


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