Acker der Träume


Begutachtung: Birgit Wittstock
Stadtleben | aus FALTER 14/12 vom 04.04.2012

Kaum steht das erste Gebäude der Seestadt Aspern vor der Fertigstellung, heißt es, der Masterplan würde nicht aufgehen. Wird die Retortenstadt ein Reinfall?

Der Wind bläst so stark über die unbepflanzten Felder, dass er den ohrenbetäubenden Lärm der Baumaschinen, der Bagger und der Lkw davonträgt. Wie Kinderspielzeug sehen sie aus, wenn sie in weiter Ferne tonnenweise Erde umwuchten. Im Osten verschmilzt das Braun mit dem Horizont, und im Süden, hinter den Baumaschinen und den Erdaufschüttungen, zeichnen sich die vielen Hallen des General-Motors-Werks ab.

Vom Westen her wuchern Reihenhaussiedlungen in den Acker. Ein Bahndamm zieht sich zwischen den Häuserzeilen hindurch in die Einöde, die er im Norden begrenzt. Nach einigen hundert Metern zweigt eine Betontrasse von ihm ab, macht erst einen weiten Schwenk Richtung Osten, biegt dann aber doch nach Süden, um inmitten der Felder plötzlich zu enden.

Es ist die U-Bahn, die hier mitten im Nirgendwo Station hält. Oder genauer gesagt:

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