Prost!  

Über Teegewohnheiten im Morgen- und im Abendland

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Schwarztee mit frischer Minze

Stadtleben | aus FALTER 14/12 vom 04.04.2012

Der Schwarztee wird im Abendland - je nach Jahreszeit - gerne mit einem Schuss Zitrone oder einem Schluck Milch erweitert. Manchmal ist die Qualität des Sackerltees auch so miserabel, dass man sich mit derlei Geschmackskosmetik behelfen muss. So kommt man zumindest auf die Ration Vitamin C (interessant für Veganer und Vegetarier: Vitamin C schwächt die eisenaufnahmehemmende Wirkung von Schwarztee) oder auf ein paar Milligramm Calcium.

Im Morgenland hingegen trinkt man gerne Schwarztee mit frischen Minzblättern. Noch nie gehört? Auch jene unter uns, die Minzschoko, Minzzuckerln oder gar Minzzigaretten partout nicht leiden können - dem grünen, fast impertinenten Kraut, das in Gärten die Tendenz zum Wuchern zeigt, steht das kleine Schwarze ausgezeichnet.

Erfrischend duftig und wachmachend zugleich ist dieses Getränk. Zu diesem Zweck bringt man wie gewohnt das Wasser zum Kochen, bereitet - je nach Schwarzteevorlieben und -gewohnheiten - eine Tasse Tee zu und versenkt darin ein paar frische Minzblättchen.

Es darf ordentlich gesüßt werden, am besten mit dem guten weißen Würfelzucker, den man stilecht neben das Gläschen legt. Und da die kalte Jahreszeit fast überstanden ist, eine kleine Reminiszenz an sie: Um das innere Abendlicht anzuknipsen, kippen so manche ein Stamperl Schnaps in ihren Tee. Dem Folklore-Image dieser Gewohnheit lässt sich mit einer feineren Teemischung und weniger Schnaps (entfuselt!) entgegenwirken. MS


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