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Frischer Wind?

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 14/12 vom 04.04.2012

Rechtzeitig zu Ostern ist eine alte Idee zur Bekämpfung des Feinstaubs wiederauferstanden - die Umweltzone. Über den blauen Landesrat Gerhard Kurzmann, einen erklärten Gegner der Zone, wird drübergefahren - das machen die "Reformpartner“ SPÖ und ÖVP jetzt so. Freilich hält sich das Mitleid in Grenzen: Angesichts explodierender Feinstaubwerte will Kurzmann einmal die "grüne Welle“ forcieren und damit das Autofahren noch attraktiver machen, ein andermal verschenkt der Umweltlandesrat Autobahnvignetten. Und das in Graz, wo Menschen wegen des Feinstaubs um elf Monate früher sterben.

Vor zwei Jahren stand die Umweltzone bereits einmal vor der Umsetzung - dann kam Kurzmann und sie wurde abgesagt. Dabei zeigen Beispiele aus Deutschland, dass Fahrverbote für alte Dieselschleudern den besonders gefährlichen Feinstaub aus Abgasen senken können. Sozial gerechter wäre wohl die City-Maut, da sie nicht jene bevorzugt, die sich einen Neuwagen leisten können.

Nun wurde viel Zeit vertan, Schuld sind auch die "Reformpartner“. Sie hängten der FPÖ das ungeliebte Umweltressort um. Die Umweltzone gegen den Willen des Landesrats einführen, das hätte Voves schon früher tun können. Geschehen ist nichts. Nun muss die Zone größer sein und mehr Autos umfassen als damals geplant, oder sie bringe nur noch geringeren Nutzen, heißt es aus dem Umweltamt. Die alten Autos wurden nun nämlich teilweise ohnehin schon aus dem Verkehr gezogen. Verhandeln soll die Zone Kurzmann, der von ihr nichts wissen will. Schlechte Vorzeichen, die befürchten lassen, dass am Ende wieder nur eines herauskommt - heiße Luft.

Donja Noormofidi ist Redakteurin im Steiermark-Falter


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