Kritik

Kerstin von Gabains japanische Reise

Lexikon | aus FALTER 15/12 vom 11.04.2012

Die Künstlerin Kerstin von Gabain reiste nach Japan und zeigt nun die Resultate ihres Aufenthalts im fernen Osten. Es handelt sich um eine Serie von Schwarzweißfotografien, die in museumsmäßiger Rahmung Ansichten von Innenräumen darstellen. Die Bastmatten am Boden markieren die Räume als japanisch. Das eigentliche Sujet sind unterschiedliche Matratzen, sogenannten Futons, die mit Seilen so zusammengeschnürt sind, dass sie wie abstrakte Skulpturen wirken. Auch hier entzünden sich im Auge des westlichen Betrachters exotische Assoziationen. Man denkt an die Bondagefotos des japanischen Künstlers Nobuyoshi Araki, an dessen Bilder kunstvoll gefesselter Frauen. Der Künstlerin gelingt es, in der Welt der Objekte die Spuren des eigenen Blicks hervortreten zu lassen. MD

Gabriele Senn Galerie, bis 5.5.


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