Neu im Kino

"The Grey — Unter Wölfen“: (k)altes Fleisch ist zäh

Lexikon | Drehli Robnik | aus FALTER 15/12 vom 11.04.2012

Wölfe lassen sich gut melken, ebenso Landschaft und Plot, in denen der Action-Horrorfilm "The Grey - Unter Wölfen“ sie platziert: In Schneewüste, Wald und Schlucht agiert der Wolf per Umzingelung im Rudel oder Biss aus dem Nichts, jault und knurrt, was das Sounddesign hergibt, lässt Augen aus dem Dunkel leuchten, als wäre dies ein Slasherfilm. Grauenhaft sind die Grauen; das gilt auch für die angegrauten Zweibeiner - kernige Ölkonzernhackler, über Alaska abgestürzt, auf der Flucht vor Hunger, Frost und Isegrim. "Men unfit for society“ nennt sie der sinnierende Held; ihn spielt Liam Neeson in seiner zweiten Hauptrolle für Regisseur Joe Carnahan nach "The A-Team“. Wer ist hier A-, wer B-Team? Wer ist Bestie, wer Futter? Wer ist Alphatier? Wer mutiert am Lagerfeuer zum family man? Auch die rasch weniger werdenden Petroknechte knurren einander an oder jaulen rituell zurück. Am Ende wird gar Gott angeheult. Und das Menschliche? Das sitzt, über bloß animalisches Survival hinaus, im Schnitt, in melancholischen Flashes aus verlorenen Zeiten der Geborgenheit: Ui, da macht jemand auf Malick oder Soderbergh. Der Film ist trotzdem nicht so schlecht.

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige