Meinesgleichen

ÖBB-Chef Christian Kern schreibt mir einen Brief

Falter & Meinung | aus FALTER 15/12 vom 11.04.2012

Vergangene Woche erreichte mich ein Brief von Christian Kern, dem Vorstandsvorsitzenden der ÖBB-Holding AG. Er schreibt: Sehr geehrter Herr Thurnher! Wir informieren derzeit alle 7.510 Besitzer der Vorteilscard Presse schriftlich darüber, dass wir das Produkt Vorteilscard Presse aufgrund unserer neuen Compliance Richtlinien einstellen werden. Wir halten uns dabei an internationale Gepflogenheiten, die auch bei anderen Bahnunternehmen wie z. B. DG und SBB zum Einsatz kommen. Ich möchte Sie hiermit auch persönlich über die Beweggründe für diese Entscheidung informieren.

Die ÖBB haben ihre Compliance-Struktur weiterentwickelt. Durch die Implementierung eines Code of Conduct und einer Antikorruptions-Stabsstelle mit weisungsfreiem Chief Compliance Officer verfolgen wir interne und externe Ziele: Die konzernweite Stärkung ethischer Normen, die Schaffung eines Arbeitsumfeldes, das Integrität, Respekt und faires Verhalten fördert, sowie die gesetzestreue, wirtschaftlich und sozial verantwortliche Anbahnung und Abwicklung von Geschäften sind wesentlich. Der Code of Conduct legt Mindeststandards fest, die keinesfalls unterschritten werden dürfen. Die ÖBB unterziehen sich damit auch selbst diesen neuen Complianceregeln und setzen einen wichtigen Schritt für die Unternehmenskultur und Korruptionsbekämpfung.“ Kern hofft auf unser Verständnis. Nicht nur das. Er beschämt uns (7510? So viele?), vor allem die kritischen unter uns. Da hätten wir selber draufkommen können.

Presseprivileg

Die Vorteilscard Presse gab es nicht nur um den halben Preis der normalen Vorteilscard, man konnte mit ihr auch, ohne Aufpreis zu bezahlen, in der ersten Klasse fahren


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige