Glosse Die sogenannte Netzkultur

In England sind die Pferde Katzen und erheben ihre Tatzen

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 15/12 vom 11.04.2012

Ich bin groß, schlank, blond und sehe, wie mir oft gesagt wird, gut aus“, schrieb die 40-jährige englische Journalistin Samantha Brick in der Daily Mail. An sich nichts, worüber frau sich zu beschweren brauchte, müsste Brick die Cocktails, Blumensträuße und Taxirechnungen, die ihr wildfremde Männer spendieren, nicht dadurch büßen, dass sie von ihren Geschlechtsgenossinnen ständig geschnitten würde.

Bricks These, dass Frauen auf gut bzw. besser aussehende mit systematischer Aggression reagieren, wurde zur furchtbaren self-fulfilling prophecy, und der shitstorm, der sich auf Twitter und Facebook erhob, wuchs sich zum Orkan aus. Was lernen wir daraus? Dass sich die sogenannten Social Media ganz prächtig als asoziale Medien eignen und dass "Stutenbissigkeit“ auf Englisch "cattiness“ heißt.


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