Kommentar Politischer Unmut

Kentern statt entern: die Piraten als politische Leichtgewichte

Falter & Meinung | Ingrid Brodnig | aus FALTER 15/12 vom 11.04.2012

Die österreichische Bevölkerung muss verzweifelt sein. Jeder Vierte kann sich vorstellen, die Piratenpartei zu wählen. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Karmasin für Profil. An der Eloquenz, am Parteiprogramm oder den Führungsfiguren der Piraten kann dies nicht liegen: Seit fast sechs Jahren gibt es die Piratenpartei Österreich, und bisher fiel sie bestenfalls durch Streitereien auf. Das derzeitige Umfragehoch zeigt nur, wie groß der Grant der Bürger ist. Die würden sogar eine Partei wählen, die sie gar nicht kennen. Hauptsache, es sind nicht wieder die üblichen Verdächtigen.

Das ist schade. Denn eine angriffslustige Piratenpartei könnte die etablierten Parteien herausfordern und die politische Debatte aufmischen. Dann würden wir nicht nur über die Rechtspopulisten und ihre ungustiösen Slogans diskutieren, sondern auch über die jungen Wilden, die eine andere Sprache sprechen, denen es um Bürgerrechte in Zeiten des Internets und um den gesellschaftlichen


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