Kolumne  Außenpolitik

Italien nach Bossis Rücktritt: Die Krise ist wieder da

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 15/12 vom 11.04.2012

Der für die EU bedrohlichste Krisenherd schien unter Kontrolle. Jetzt ist die Krise wieder da. Politischer und wirtschaftlicher Ausnahmezustand brauen sich in Italien zu einem explosiven Gemisch zusammen.

Zu Ostern hat der Risikozuschlag für Staatsanleihen wieder eine Höhe erreicht, die auf die Dauer nicht finanzierbar ist, während die Italiener im Alltag mit den dramatischen Auswirkungen der Rezession kämpfen. Gleichzeitig erschüttert eine geballte Serie von Korruptionsskandalen das Vertrauen der Bürger in die republikanischen Institutionen. Fußballprofis, die mit bezahlten Eigentoren die Meisterschaften verfälschen, verschwundene Millionen in den Parteien von rechts und links, der dramatische Fall Umberto Bossis in der Karwoche. Er war mit seiner Lega angetreten, um "Roma ladrona“, dem "Räubernest Rom“, einen unbestechlichen Norden entgegenzustellen, und ist jetzt selbst über die Unterschlagung öffentlicher Gelder gestürzt.

Das Vertrauen der Italiener in die Regierung Monti


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