Ehe mit Grenzen

Politik | Bericht: Franziska Zoidl | aus FALTER 15/12 vom 11.04.2012

Eine österreichisch-montenegrinische Familie ist in Österreich nicht willkommen

Als der Umzugswagen vor dem Haus in Wien-Döbling vorfährt, hat Mirko P. die meisten Kartons schon hinuntergetragen. Seine Frau, die 24-jährige Julia M., darf nichts heben. Sie ist im siebten Monat schwanger. Orange Zettel kleben auf den Kisten, die in ihrem fast leeren Zimmer stehen: "Küche“, "Bad“, "Putzzeug“. In 18 Schachteln hat die zweifache Akademikerin, die im Vorjahr in Wien ihr Studium abgeschlossen hat, ihr Leben verpackt. Julia M. wird Österreich im Herbst verlassen und nach Montenegro auswandern. Das Gesetz zwingt sie dazu.

Julia M. ist zwar österreichische Staatsbürgerin, sie darf mit ihrem Kind und ihrem Mann aber in Wien kein Familienleben führen. Mirko P. wird ein Visum verwehrt, obwohl seine Kinder Österreicher sind. Obwohl er nichts angestellt hat. Obwohl seine Frau eine Österreicherin ist. So will es das Fremdengesetz. Es zwingt mittlerweile auch Bürger dieses Landes zum Leben


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