Nachgesehen  Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Für die "Käsekrainer“ und die "Krainer“ geht’s jetzt um die Wurst

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 15/12 vom 11.04.2012

Am Würstelstand Bitzinger wird allein schon geografisch klar, welch hohen kulturellen Wert die Wurst in Wien hat: Er liegt genau zwischen der Wiener Staatsoper und dem Kunstmuseum Albertina. Der Renner des Würstelstands ist die "Käsekrainer“, laut Bitzinger macht die Sorte rund 60 Prozent von all seinen verkauften Würsten aus.

Angesichts dieser Zahl droht der Wiener Würstelkultur ein herber Schlag: Slowenien, in dem das Gebiet Krain liegt, stellte nun einen Antrag auf alleinige Unterschutzstellung der Bezeichnung "Krainer Wurst“. Das bedeutet: Die Standler müssten in Zukunft vielleicht auf die Begriffe Käsekrainer und Krainer verzichten.

"Es geht um unser Kulturgut“, sagt Würstelstandbetreiber Sepp Bitzinger, "die Käsekrainer ist ein Teil der Wiener Identität.“ Dabei gibt es ja schon längst eine Alternative. Käsekrainer heißt im Wiener Volksmund "a Eitrige“. Bitzinger sagt: "Das ist nicht unbedingt eine Alternative.“


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