Der Abschied des Radaupoeten

Medien | Porträt: Wolfgang Zwander | aus FALTER 15/12 vom 11.04.2012

Frei und forsch reimte Wolf Martin gegen "Neger“, "Schwule“ und "Emanzen“. Nun ist er tödlich erkrankt

Ziemlich krank ist der Poet. Ob’s mal wieder aufwärts geht?“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Krone-Dichter Wolf Martin vor wenigen Tagen von seinen Lesern. Mittlerweile scheint klar, dass die Frage nur eine rhetorische war: Nach 23 Jahren, in denen er täglich "In den Wind gereimt“ hat, wird es für Martin alias Wolfgang Martinek wahrscheinlich nicht mehr aufwärts gehen.

Er liegt, so heißt es aus der Krone-Redaktion, im Krankenhaus und ringt mit dem Tod.

Mit Martin, 63 Jahre alt, verschwindet ein Dichter aus der Öffentlichkeit, der das Land gespalten hat. Er sei ein Spießer und reaktionärer Hetzer, ein Hitler-Verehrer und schwuler Schwulenfeind, so oder zumindest so ähnlich sehen ihn seine Gegner. Für seine Anhänger ist Martin der Lyriker des kleinen Mannes, ein Kämpfer gegen die Diktatur der Political Correctness, ein Volksfreund, der Missstände und Auswüchse


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